Sternwarten in Deutschland

In Deutschland gibt es ca. 270 eingetragene Sternwarten, für Familien geeignet sind besonders Planetarien, in denen man einen spielerischen Zugang zu Sternen erlangt.

Das steht in den Sternen

"Das steht in den Sternen"- was heute eine beliebte Redensart ist, hat Menschen bereits vor Jahrtausenden bewegt. Der Blick in die Sterne verhieß einen Blick in die Zukunft. Bereits zu Zeiten der ägyptischen Pharaonen wurde die Position des Sirius zur Berechnung der Nil-Überschwemmungen verwendet. Auch der Nordstern (Polaris) im Sternbild "kleiner Bär" hat bereits in Frühzeiten Wanderern und Seefahrern den Weg gewiesen.

Mit Erfindung des Teleskops begannt die Zeit der Sternwarten

Zur Beobachtung des Sternenhimmels haben sich früher weise Leute wie Priester über Nacht hingesetzt, um den Himmel zu beobachten. Verschiedenste Kulturen haben hier angefangen, geschützte Gebäude zu bauen, um in diesen Instrumente zur Erleichterung der Beobachtungen aufzubewahren. Mit der Erfindung des Teleskops um 1608 begann die Zeit der Sternwarten, wie wir sie heute kennen. Gebäude wurden um Kuppeln erweitert, in denen ein oder mehrere Teleskope untergebracht wurden. Zuerst wurden die ersten Sternwarten in der Nähe der Städte untergebracht. Diese widmeten sich vorrangig Fragen der Astrometrie, also der Vermessung und Nutzbarmachung der Sterne für navigatorische Zwecke.

Volkssternwarten, die älteste Sternwarte und die mordernste

Mit zunehmender Beleuchtung der Städte und damit einhergehender Lichtverschmutzung sind nachfolgend Sternwarten in entlegene, dunkle Gebiete verlegt worden. In vielen Städten sind kleinere Sternwarten aktiv, die oft von Amateurastronomievereinen oder Schulen als Volkssternwarten betrieben werden. In Deutschland gibt es ca. 270 eingetragene Sternwarten, die stellenweise der Öffentlichkeit zugänglich sind. Zu speziellen Ereignissen wie Mondfinsternissen werden oft Veranstaltungen an diesen durchgeführt wie Tage der offenen Tür. In Remplin in Mecklenburg-Vorpommern ist dank der Bemühungen einer Arbeitsgruppe das älteste Sternwartengebäude Deutschlands wieder nutzbar. Dieses wurde von 1793 bis 1805 vom Grafen Friedrich von Hahn genutzt. Die modernste Sternwarte in Europa steht derzeit nicht in Deutschland, sondern nicht weit entfernt in Salzburg. Dort ist das derzeit größte Teleskop Europas mit einer Brennweite von 7.000mm aufgestellt. Hiermit lassen sich auch die Astronauten der ISS beim Weltraumspaziergang beobachten.

Planetarien als spielerischer Zugang für Familien

Für die ganze Familie geeignet sind Sternwarten, die gleichzeitig Planetarien sind. Hier kann der Nachwuchs spielerisch die Sterne kennenlernen und die Eltern staunen über das Alter des Universums. Einige der Planetarien sind in beeindruckenden Gebäuden untergebracht, wie in Jena oder in Hamburg, wo das Planetarium mitten im Stadtpark in einem ehemaligen Wasserturm untergebracht ist. Von dessen Aussichtsterrasse hat man hier zudem einen wundervollen Blick über die Stadt. In Berlin ist das Zeiss-Großplanetarium ebenfalls einen Besuch wert, hier findet auch ein ausgiebiges Kinderprogramm statt.